Feldflora-Reservat im Taunus

Wildpflanzen

feldflora-reservat Bisher im Feldflora-Reservat spontan aufgetretene Wildpflanzen (Auswahl):

SAAT-WUCHERBLUME (Chrysanthemum segetum)

(Familie der Korbblütler)

Diese Ackerwildblume sieht aus wie eine gelbe Margerite. Mit den weissen Margeriten ist sie auch verwandt. Sie wächst nur in Getreide auf sauren Böden wie hier im Feldflora-Reservat. Wegen der beträchtlichen Samenproduktion kann sie das Kulturgetreide weitgehend verdrängen (siehe Name!), so dass es zu Mindererträgen und Missernten kommen kann. Die Saat-Wucherblume ist seit der Römerzeit bei uns heimisch. Ihre ursprüngliche Heimat war das westliche und zentrale Mittelmeergebiet. Sie wurde auch als Zierpflanze in die Bauerngärten geholt. Früher war die Saat-Wucherblume ein Problemunkraut im ganzen Taunus. In manchen Jahren soll sie sogar zu Hungersnöten beigetragen haben! Heute ist dieses Wildkraut sehr selten geworden. Es steht auf der hessischen Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten.

ACKER-LÖWENMAUL (Misopates orontium)

(Familie der Rachenblütler)

Das Acker-Löwenmaul wächst aufrecht und kann bis zu 50 cm Grösse erreichen. Bei schlechter Nährstoff- und Wasserversorgung bleibt es aber sehr klein und trägt oft nur eine Blüte. Die Blüten sind zartrosa und ähneln denen von Garten-Löwenmäulchen, mit denen es verwandt ist. Es ist eine einjährige Pflanze, die ab Juni blüht. Sie produziert sehr viele Samen, die vom Wind verbreitet werden.Das Acker-Löwenmaul wächst hauptsächlich auf Hackfrucht- und Getreideäckern mit sauren Böden. Wenn das Getreide sehr dicht steht, wird es unterdrückt. Um die Samenreife zu ermöglichen, ist es wichtig, die Stoppel nach der Getreideernte liegen zu lassen. Die Pflanze ist bei uns von den Römern eingeschleppt worden. Ihre ursprüngliche Heimat war das westliche Mittelmeergebiet. Sie ist bei uns nie ein "Massenunkraut" gewesen, sondern kam immer nur vereinzelt vor.Durch die Betonung des Wintergetreides mit sofortigem Stoppelumbruch nach der Ernte ist das Acker-Löwenmaul seit Anfang des 20. Jahrhunderts stark zurückgegangen. Es steht deshalb auf der hessischen Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten.

SAAT-HOHLZAHN (Galeopsis segetum)

(Familie der Lippenblütler)

Eine Pflanze des atlantischen Florengebietes auf sauren und humusarmen Böden, die sich deshalb im Taunus sehr wohl fühlt. Der Saat-Hohlzahn kommt bei uns nicht nur in sauren, steinigen Äckern vor, sondern auch an Felsen und steinigen Strassenböschungen. Die Art ist in den letzten Jahren zurückgegangen und steht auf der nationalen Vorwarnliste der bedrohten Arten. Sie trat hier zum ersten Mal 2001 im Buchweizenfeld in wenigen Exemplaren auf - zusammen mit dem Ackerknäuel (Scleranthus annuus). Die entsprechende Pflanzengesellschaft (Galeopsis segetum - Scleranthus annuus - Gesellschaft) ist nach der nationalen Roten Liste der Pflanzengesellschaften sogar "vom Aussterben bedroht"!

GEFURCHTER FELDSALAT (Valerianella rimosa)

(Familie der Baldriangewächse)

Eine wärmeliebende Pflanze nährstoffreicher Böden, die vielerorts in Deutschland bereits ausgestorben ist. Sie steht deshalb auf der nationalen Roten Liste mit Gefährdungsstufe 3 (gefährdet); in Hessen wird sie in Stufe G (Gefährdung anzunehmen) aufgeführt. Der Gefurchte Feldsalat unterscheidet sich von den häufigeren Feldsalat-Arten durch seinen hohen, sparrig verzweigten Wuchs und seine gefurchten Samenkörner (Lupe!). Er trat hier erstmals 2001 im Roggenfeld auf.

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